Projekte

RBC Projekt I 2017 / 2018 abgeschlossen

Toggenburger Passion von Peter Roth

Freitag, 23. März 2018, 20 Uhr , Evangelische Kirche, Heiden AR
Palmsonntag, 25. März 2018, 19 Uhr,  Katholische Kirche,  Altstätten SG
Karfreitag, 30. März 2018, 17 Uhr,  Evangelische Kirche St. Stephan, Lindau (D)

Die Aufnahme der Aufführung Lindau kann beim Aktuariat RBC zum Preis von CHF 15 / € 15 bezogen werden (esther.beyeler@rheintalerbachchor.com)

Mitwirkende:
Leitung:          Jürgen Natter                              Webseite 
Solistin:           Anna Gschwend, Sopran       Webseite 
Solist                Christian Büchel, Bass            Webseite 
Ensemble:      Geschwister Küng                    Webseite 
Chor:                 Rheintaler Bach-Chor

Galerie
Presse
Programmheft


Toggenburger Passion von Peter Roth – Kurzbeschrieb

Die Leidensgeschichte Jesu in der ländlichen Schweiz angesiedelt

Der Wattwiler Künstler Willy Fries studierte zur Zeit des beginnenden Faschismus in Berlin und wurde, mit den Schrecken dieses Regimes konfrontiert, dazu inspiriert, die Geschichte Jesu unter anderen Aspekten zu betrachten. So schuf er eine realitätsnahe Abfolge von Malereien, welche die Leiden Jesu ins Toggenburg übertrugen. Die Bildfolge rief deutlich zur Gewaltlosigkeit auf – und war von derart aufrüttelnder Verbindung zur Schweizer Politik, dass die Werke nach Deutschland ins «Exil» gebracht werden mussten. Sie sind immer noch im Verteidigungsmuseum in Berlin eingelagert.
Der Toggenburger Musiker Peter Roth «übersetzte» die Bildsprache von Fries in ein originelles Musikwerk: Die Form mit Arien, Rezitativen und Chorälen lehnt sich an barocke Passionskompositionen an. Seinen ganz eigenen Stil bringt er mit der Integration von Musikelementen aus dem Alpstein hinein. So verwendet er den Rhythmus und die Klänge der Volksmusik aus dem Alpstein. Da wird das Publikum in der 1984 in Wattwil uraufgeführten Toggenburger Passion einige Male an Mazurken, Polkas und Ländler aus der Ostschweiz erinnert; «Jauchzet, singet, tanzet» kommt wie ein eingängiges Volkslied daher. Selbstverständlich ist ein Hackbrett ins Orchester integriert; dessen feine und doch nicht überhörbare Klänge gehen bestens auf im voluminösen Klang des Orchesters.
Ein weiteres wesentliches Element, welches Peter Roth sehr provokativ in das Werk eingebaut hat, ist die erstmalige Darstellung Jesu mit einer Frauenstimme; sie ist es denn auch, welche prägnant durchs ganze Opus führt. Im Sinne der von beiden Künstlern propagierten Gewaltfreiheit beginnt denn das eindrückliche Werk mit den Worten: «Aufrecht gehen sollen alle, die Gewalt ablehnen… und hungern nach den Rechten der Menschen.» (1)

Der Rheintaler Bach-Chor hat für sein Projekt 2018 die Toggenburger Passion von Peter Roth ausgesucht, u.a. weil durch diese Musik thematisch an die Bach’sche Johannes-Passion von 2015 angeknüpft wird und eine vergleichbare Intensität und spirituelle Berührung erreicht werden kann. Die vorgesehene gleichzeitige Projektion der einst verbotenen Bilder von Willy Fries – Inspiration des Komponisten zu seiner Passionsmusik – unterstützen durch  ihre Intensität und Aussagekraft die  Botschaft des musikalischen Werkes.

Weitere Informationen:

Musik: Peter Roth  Webseite
Bilder: Willy Fries  Webseite

(1) zitiert nach Felix Deprez, Unter-Emmentaler Anzeiger, 12.4.2011

 


Projekt ZERO    2015
Johannes-Passion, Johann Sebastian Bach, BWV 245



Johannes-Passion, Palmsonntag, Pfarrkirche Altach, 29.03.2015


Johannes-Passion, Karfreitagskonzert, Altstätten, 03.04.2015

Johannes-Passion – Das Jubiläumsprojekt 2015
Zum 125 jährigen Bestehen des Frauenchores Altstätten hätte sich ein Chor kein grösseres Geschenk machen können. Die besten Sängerinnen und Sänger aus dem St. Galler und Vorarlberger Rheintal und aus Baden Württemberg aus insgesamt 28 Chören hatten sich zu den rund 40 Sängerinnen gesellt und gaben Ihnen zum Jubiläum das schönste Geschenk: Ihre Stimme.
Jürgen Natter hat das anspruchsvolle Werk mit grosser Geduld und Können in intensiven Proben mit dem ad hoc Chor einstudiert. Sein Engagement, sein Ernst und seine Leidenschaft, liessen die Sängerinnen und Sänger über sich hinauswachsen.

Ausführende
Nik Kevin Koch, Evangelist
David Maze, Jesus
Sabine Winter, Sopran
Leila Pfister, Alt
Peter Cavall, Tenor
Thomas Dobmeier, Bass
Robert Schneider, Sprecher

Rheintaler Bach-Chor
Rheintaler Bach-Orchester
Leitung am Cembalo
JÜRGEN NATTER

Programmheft Johannes-Passion

Pressestimmen:

Überwältigende Passion
…..Doch bei Werken von einer spirituellen Dimension wie Bachs Johannes-Passion stellt sich vor allem die Frage, ob die Botschaft beim Publikum angekommen ist. Und das kann man voll und ganz bejahen. Für den Dirigenten Jürgen Natter und für alle Beteiligten war diese Aufführung eine innere Notwendigkeit, das war in jedem Ton spürbar. Diese Musik wurde nicht abgespult, sondern sie atmete, liess Ausführenden wie Zuhörenden Zeit zur Spannung aber vor allem zur Entspannung, Ruhe und Trost.
(Anna Mika in NEUE, Vorarlberger Zeitung)
2015.03.31 NEUE Vorarlberger Tageszeitung

Ergreifendes Jubiläumskonzert
Altstätten. Stille. Die Katholische Kirche Altstätten ist am Karfreitagabend voll besetzt. Niemand sagt ein Wort. Das Publikum ist voller Erwartung. Wie mag die Aufführung des grossen Meisterwerkes von Johann Sebastian Bach in Altstätten gelingen? Der hundertköpfige Rheintaler Bach-Chor erhebt sich. Das Rheintaler Bachorchester ist bereit und Jürgen Natter gibt den Einsatz für den ersten Takt. Es beginnt ein Konzert, das 2 Stunden dauern wird. Es wird ein einmaliges Erlebnis. Den Akteuren gelingt eine wunderbare Verknüpfung von Kunst und Religiosität.
(Monika von der Linden, Der Rheintaler)
2015.04.04 Der Rheintaler und Rheintalische Volkzeitung

Mit Passion und Courage
Der erste Aufschrei „Herr unser Herrscher“ ging durch Mark und Bein. Wie zu Bachs Zeiten führte Natter sein Orchester vom Cembalo aus, begleitete die Rezitative partitursicher und originell ausgesetzt (man hörte sogar den Hahn krähen) und bewies, dass er mit reduzierter Gebärde die Ausführenden besser bei sich hatte, als mit dramatischem Gefuchtel.
(Barbara Camenzind, in der Rheintalischen Volkszeitung)
2015.04.08 Der Rheintaler und Rheintalische Volkzeitung

Es ist vollbracht
Absolut professionell und klangschön agiert auch das ebenfalls zu diesem Zweck gegründete Rheintaler Bach-Orchester mit vielen bekannten Gesichtern vom SOV. Musiziert wird auf modernen Instrumenten und in normaler Stimmung. Jürgen Natter begleitet in alter Kapellmeistermanier die Rezitative vom Cembalo aus. Der mit ihm befreundete Autor Robert Schneider macht sich zwischen den beiden Teilen Gedanken wider die Scheinheiligkeit im Alltag angesichts des Todes. Der Höhepunkt der Handlung wird mit Jesu Kreuzestod erreicht: „Es ist vollbracht!“. Nach dem letzten Akkord huscht erstmals so etwas wie ein Lächeln über Natters Gesicht. Auch für ihn gilt in diesem Moment:“Es ist vollbracht“, sein Traum hat sich erfüllt. Einhellige, herzliche Standing Ovations.
(Fritz Jurmann, Vorarlberger Nachrichten VN,)
2015.03.31 Vorarlberger Nachrichten